Bericht vom Hof
Ackerbau:
In Getreidekulturen, Soja und Sonnenblumen hatten wir dieses Jahr übermässig viel Beikraut. Das führt uns zu einer Strategieanpassung im Ackerbau – wir setzen nun wieder punktuell den Pflug ein.
Die Sonnenblumen wurden trotz Hege und Pflege zur Hälfte von den Schnecken gefressen – sogar das Beikraut musste im abgefressenen Teil dranglauben. Wir haben uns im Sinne des Solawi-Konzepts entschieden, die Häflte trotzdem wachsen zu lassen und zu pflegen. Es gibt nun für alle Sonnenblumenöl im nächsten Jahr, halt einfach nur die Hälfte.
Wir haben zusammen mit dem Gartenteam das zweite Mal einen Feldrandkompost aufgesetzt.
Das Jätfestival war ein voller Erfolg – an diesem und an ein paar weiteren folgenden Tagen haben fleissigen Genossenschafter:innen das eine Sojafeld komplett gejätet und somit gerettet.
Obstbau:
Den Frost konnten wir gut abwehren im vergangenen Frühjahr. Die Obstbäume haben uns mit reichlich feinen Kirschen, Äpfeln und Birnen versorgt. Nur die Zwetschgen und das Mostobst wollte nicht so recht – einerseits war die Blütenknospenqualität nicht ausreichend, andererseits haben die Bäume alterniert.
Rinder:
Nach der Entscheidung für die Nutztiere im letzten Herbst haben wir drei dringende Installationen im Rinderstall vorgenommen: Die Tränke ist erneuert, das Fressgitter ebenfalls und die Gülle rühren wir nun mit einem fix installierten Rührwerk, welches mit Strom statt Diesel läuft.
Wir konnen 10 Tiere statt auf die Alp auf eine Weide in Baden vom Herterehof geben.
Agroforst:
Am 15. November hat der Fondlihof einen nigelnagelneuen Agroforst. Auf rund 2 Hektar stehen Bäume in Reih und Glied und erlauben dazwischen weiterhin Ackerbau. Wasserspeicherung, Biodiversität, Erosionsschutz, Bodenlebendigkeit werden dadruch erhöht.
An vielen Anlässen hat sich ortoloco und der Fondlihof gezeigt und vernetzt – zwei davon waren der Buurelandweg und die lange Tafel an der Kantonsgrenze.
Der neue Pausenraum ist fantastisch! Falls ihr ihn noch nicht ausprobiert habt: Schreibt euch für einen Einsatz ein und kommt schauen. 🙂
Die AG Hühner startet im 2026 – macht mit!
Bericht aus dem Garten
Das große Thema im ortoloco Garten ist immer noch der im Juni 2024 angeschaffte Traktor samt Biofräse. 2025 war nun die erste Saison wo wir von Anfang an auf die flachgründige Bodenbearbeitung und die begrünten Wege gesetzt haben. Unsere erhofften Vorteile dieser Umstellung scheinen sich zu bewahrheiten: die mit Kleegras begrünten Wege schützen den Boden sichtlich vor Verdichtung und Verschlämmung. Auch konnten wir die Bearbeitungstiefe gegenüber der Spatenmaschine stark reduzieren und gleichzeitig effizienter und sauberer arbeiten als bisher, was uns ermöglicht, den Einsatz von Zwischenfrüchten (die Aussaat von Mischungen zwischen den Gemüsekulturen als Bodenschutz und Futter für die Bodenlebewesen) weiter auszubauen und zu vereinfachen.
Ein nicht erwarteter Vorteil der begrünten Wege scheint zu sein, dass sich Nützlinge wie Laufkäfer darin besser vermehren können und diese die Population zwei unserer „wichtigsten“ Schädlinge (Erdflöhe bei den Kohlarten und Schnecken eigentlich überall) reduzieren.
Schwierig war in dieser Saison, dass die Pflege der ca. 100 Wege à je 53 Meter aufwändiger war als erwartet. Einerseits hatten unsere alten Rasenmäher Mühe mit der unebenen und steinigen Flächen und anderseits haben wir das Hackgerät, welches das Vordringen des Kleegrases aus den Wegen in die Beete verhindert, erst im Juli geliefert bekommen. Im August haben wir uns dann endlich auch noch einen neuen Profirasenmäher gekauft, nun haben wir große Hoffnung, dass wir den Pflegeaufwand der Wege im 2026 stark reduzieren können.
Ein weitere wichtige Veränderung in diesem Jahr war, dass wir dank der neuen Biofräse einfacher jedes Beet separat bearbeiten können. Das hat uns dazu veranlasst, im Anbauplan die verschiedenen Gemüsekulturen mehr zu mischen. So haben wir die 6 Beete Lauch nicht mehr alle nebeneinander, sondern wechseln diese ab mit den Karotten und dem Sellerie. Da diese durch diese Durchmischung sich gegenseitig Schädlinge fernhalten, haben wir es diese Saison gewagt, den arbeitsintensiven Einsatz der Kulturschutznetze weiter zu reduzieren. Bisher scheint sich auch diese Umstellung bewährt zu haben.

Abbildung 1: Der Traktor mit Biofräse bearbeitet nur das Beet und lässt die Wege mit Kleegras begrünt

Abbildung 2: das neue Hackgerät schneidet mit horizontalen Messern die Wege zurück
und entwurzelt gleichzeitig die Unkräuter
